Kategorie: Depression

Info zum Tag der seelischen Gesundheit 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Donnerstag, dem 10. Oktober, ist:

Tag der seelischen Gesundheit 2019

Dieser Tag wurde 1992 von der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen

und findet jährlich am 10. Oktober statt.

 

Ziel ist es, auf die Belange von psychisch erkrankten Menschen aufmerksam zu machen und Klischee-Denken:

„alle in eine Schublade zu packen“

gegenüber den Erkrankten abzubauen.

 

In Deutschland leidet mittlerweile fast jeder dritte Bürger einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung, wobei anfangs in vielen Fällen nur sehr unklare Symptome auftreten.

Das frühzeitige Erkennen, ob etwas nicht stimmt und sich professionelle Hilfe zu holen, spielt eine große Rolle für einen positiven Krankheitsverlauf.

Darüber hinaus ist entscheidend Belastungsfaktoren im persönlichen Umfeld möglichst zu vermeiden und psychischen Erkrankungen gezielt vorzubeugen.

Das Aktionsbündnis „Seelische Gesundheit“ ist eine bundesweite Initiative, welche vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Zu den rund 80 Mitgliedsorganisationen zählen auch die Selbsthilfeverbände für Betroffene und Angehörige von psychisch Erkrankten, sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik, welche sich gemeinsam für offenen und toleranten Umgang mit Menschen , welche an psychischen Erkrankungen leiden, den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung, einsetzen.

Die Stiftung für Seelische Gesundheit förderte im vergangenen Jahr die Berliner Woche der Seelischen Gesundheit. Diese findet vom 10. bis 20. Oktober 2019 unter dem Motto

„ Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammen leben.“

statt!

In unserem sozialen Umfeld gibt es die Freunde, hoffentlich die Familie, eventuell Nachbarn oder Kollegen als Gesprächspartner und ggf. auch als emotionalen Beistand. Das ist gut und kann von entscheidender Bedeutung sein!

Einsamkeit dagegen erhöht das Risiko für Stress.

Damit auch für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Schon junge Menschen sind häufig von sozialer Isolation und ihren Folgen betroffen!

Etwa 15% der Altersgruppe 30-60 in Deutschland geben an,

unter Einsamkeit zu leiden.

Das Internet hat nicht nur das Arbeitsleben, den Alltag und unsere Gewohnheiten verändert, sondern auch die Wahrnehmungen, Gefühle und den zwischenmenschlichen Kontakt. Diese Veränderungen sind tiefgreifend und umfassen nahezu sämtliche Lebensbereiche.

Menschen aller Altersgruppen, nicht nur Jugendliche!, haben ihre Kommunikation weitgehend auf Facebook, Instagram, Twitter und WhatsApp verlagert. Und die rein virtuellen Kontakte ersetzen immer häufiger die Begegnungen in der realen Welt. Das kommt erschwerend dazu!

Denn wie wirkt sich diese digitale Dauerpräsenz auf

die seelische Balance der Nutzer und deren Sozialverhalten aus?

Welche Rolle spielen Cyber-Mobbing bzw. Internet- und Spielsucht im Leben der Menschen?

Diese Menschen und ihre Angehörigen müssen über konkrete Möglichkeiten zur Erhaltung und Stärkung der psychischen Gesundheit informiert werden.

Daneben sollten die Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gesundheitsberufen in Bezug auf psychische Gesundheit verbessert werden, damit etwa der Hausarzt Depressionen adäquat diagnostizieren und behandeln kann. Dazu gehört auch die Pflegekräfte so zu sensibilisieren, dass sie frühzeitig auf die Anzeichen psychischer Erkrankungen reagieren.

Ich persönlich appelliere für eine Gesellschaft, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht und in diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne die nötige Einsicht und das richtige Händchen

Werner

Psychische Probleme erfordern geziele Hilfe

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Hinblick auf den

Tag der Seelischen Gesundheit

berichte ich heute von einer privaten Erfahrung.

Ich weiß ganz genau wovon ich berichte, denn ich habe viele Jahre als examinierte Altenpflegefachkraft in „Geschlossenen Abteilungen“von Altenpflegeeinrichtungen und in Kliniken gearbeitet!

Es ist schon eine riesiger Unterschied, ob man in einer Einrichtung oder Klinik täglich ein paar Stunden Dienst mit gut eingestellten Patienten verrichtet oder ob man über einen Zeitraum X tagaus tagein 24 Stunden an der Seite eines solchen Menschen verbringt!

Vor allem dann, wenn dieser nicht bereit ist, sich ärztliche Hilfe zu holen!

In diesem speziellen Fall erkannte ich den Umfang und die Auswirkungen der Erkrankung zunächst nicht!

Nein, ehrlich gesagt, wollte ich es einfach nicht wirklich wahr haben.

Ich dachte, ich wäre mit meiner Erfahrung aus der Pflege stark genug!

Einige von Euch werden sich nun fragen:

Woran erkennt man Menschen mit schweren Depressionen,

Bipolaren Störungen bis hin zur Schizophrenie?

Die nebenstehende Grafik mag ein wenig Licht

in die Sache bringen.

 

Bei bestimmten psychischen Erkrankungen einhergehend mit völliger Uneinsichtigkeit der erkrankten Person sich einem Arzt zu öffnen und gezielte Hilfe zu suchen, glaubt mir bitte, kann man noch soviel Herzblut und Liebe aufbringen,es wird unter dem Strich nichts bringen.

Bei dem mit Abstand härtesten Fall, den ich privat über Jahre versucht habe mit all meiner Kraft und ganz, ganz viel Liebe in den Griff zu bekommen, bin ich selbst systematisch zerbrochen!

Ich verdanke es meinen Kindern und meinem phantastischen Hausarzt

im letzten Moment noch die Kurve gekriegt zu haben!

Der Mensch, dem ich gedachte helfen zu können, hat folgende

manischen Symptome:

weit überhöhte Aktivität

die sich darin äußerte, dass die Person vom Aufstehen bis zum Zu-Bett-gehen nahezu ununterbrochen im Netz verbingt! Dort werden dann virtuelle „Freunde“ mit Mickey Mouse Bildern und Sprüchen von Gossenlyrikern zu bespaßen!

Auch während des Fernsehschauens, selbst wenn die Lieblings-Bundesliga-Mannschaft spielt oder Besuch da ist, läuft der Rechner bis auf wenige Stunden in der Nacht täglich rund um die Uhr!

 

Internetsucht

 

unangemessen gehobene und gereizte Stimmung

herrschte beinahe tagaus tagein! Wehe man störte diese Person während ihrer Internetaktivitäten, dann gab es nicht nur „böse“ Blicke, sondern auch extrem „pampige„, wenn überhaupt, Antworten.

geringes Schlafbedürfnis

dieses lag bei etwa 2-4 Stunden mit dutzenden Unterbrechungen durch Rauchen, Fernsehen und Kaffee trinken

mehr Geldausgaben

durch ständige Einkäufe per Internet – es verging kaum ein Tag, wo nicht von Ebay oder Amazon Pakete eintrafen!

Das Schlimmste war jedoch, dass anstatt der eigenen Familie durch Gespräche und Beistand zu helfen, selbst die Liebe der eigenen Kinder teuer erkauft werden musste!

hektische Betriebsamkeit

entstand immer dann, wenn etwas nicht nach der Nase der Person lief oder Besuch anstand! Bereits am Vortag artete es in einen wahren Putzwahn aus. Das Peinlichste war, das mit den Aufräumungsarbeiten bereits begonnen wurde, sprich z.B.: Krümel aufsammeln, während sich die Gäste im Flur noch die Schuhe zubanden!

Sprunghaftigkeit

äußerte sich darin, das es niemals ein Gespräch auch nur zu einem Thema gab, welches auch nur annähernd abgehandelt worden wäre! Entweder wurden neue Themen, teils aus völlig anderen Themengebieten angeschnitten oder es gab gerade dringend etwas zu tun, was aber überhaupt nicht notwendig war!

Unruhe

bestand 24 Std. rund um die Uhr! Eine Weile ruhig auf einem Fleck sitzen? … unmöglich.

Die Finger waren selbst in gedachten Ruhephasen in Bewegung, entweder wurde an oder mit den Fingern „herum gefummelt“ oder im Gesicht oder beides.

In der Nacht gab es auch keine Ruhe! Ständig Wachphasen mit hin und her laufen, Toilette/Zigarette, etc.

Rasende Gedanken und Assoziationen

ergaben sich durch Überforderung in jeglichen einfachen Situationen! Gespräche hatten ständig den gleichen Inhalt. Der Inhalt wurde aber nur selten verstanden, weil die Gedanken gerade wieder woanders waren.

Noch schlimmer war es, wenn man in das Gesicht schaute und dort „lesen“ konnte, dass man gerade mit einer Person aus dem Vorleben verglichen wurde. Körperbewegungen oder das bloße Heben einer Hand rief „irgend etwas“ mal in der Vergangenheit Erlebtes wieder hervor und wurde dann pauschal in die aktuelle Situation projiziert.

Zudem hatte diese Person noch folgende

depressiven Symptome:

wenig Aktivität

war Tagesordnung! Neben der Aktivität im Internet, waren die einzigen Bewegungen der Gang zur Kaffeekanne (täglicher Kaffeekonsum 2 bis 3 Liter) und zum Rauchen (30-40 Zigaretten täglich!)!

Mal spazieren gehen?… so gut wie nie!

Es sei denn es ging um Einkäufe oder gelegentlich zu einem Flohmarkt, aber da kann man ja auch etwas kaufen!

stark niedergedrückte Stimmung

herrschte ständig vor! Sobald es zu einer Konfrontation mit was auch immer kam, egal ob ein Anruf oder persönlicher Kontakt, dann wurde schon pauschal irgend etwas „Böses“ vermutet!

Schuld waren aber grundsätzlich immer die anderen.

Sofort danach erfolgte ein Anruf bei einer Familienangehörigen.

Ständig wurde im gesamten Familienverband für Unruhe gesorgt! Tagtäglich wurden in den Telefonaten die gleichen Themen aufgegriffen und immer war es das Gleiche hinterher, stark niedergedrückte Stimmung

Grübelneigung

war vorherrschender Dauerzustand!

Nur sehr selten kamen Gespräche zustande. Man konnte förmlich ständig den Kopf „rauchen“ sehen!

Wehe man versuchte dann ein Gespräch! Entweder wurde man überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder wenn, dann wurde zugegeben, dass man gerade in Gedanken war, was aber nichts „schlimmes“ bedeuten würde.

Aber man konnte auf der Stirn klipp und klar lesen, dass es tiefgreifende Gedanken waren, welche dieser Mensch aber nicht zu teilen in der Lage war! Dieses nicht mit dem anderen sprechen wollen, wurde damit abgetan, dass diese Person nie im Leben „sprechen“ gelernt habe!

Erschwerend kamen dann auch ständig wiederkehrende Suizidgedanken hinzu!

Der Wunsch dem verstorbenen Ehemann in den Himmel folgen zu wollen.

In einem Fall wollte die person in Folge von Alkoholkonsum auf ein nahegelegenes Hochhaus, um ….

Ich tat alles in meiner Macht und Erfahrung stehende, um das Gefühl der grundsätzlichen Wertlosigkeit durch ehrlich gemeinte Komplimente und Gesten in positive Gedanken umzukehren!

Aber immer, wenn ich dachte es ginge entscheidend vorwärts, dann wurde das, was ich über Wochen oder Monate aufgebaut hatte, umgeschmissen und ging zurück bis in die „Steinzeit“ getreu dem Motto:

2 Schritte vor und 5 zurück!

Obwohl zeitweise das Bewusstsein vorhanden war, dass diese Person ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müsse,

kam es jedoch nie dazu.

Somit war ich ganz auf mich alleine gestellt, denn selbst allernächste Familienangehörige

bissen bei dieser Person auf „Granit„!

Solltet Ihr, liebe Leser, jemals im Leben an eine derartige Person geraten, so kann ich Euch nur von Herzen gerne empfehlen, die Finger davon zu lassen, denn es wird immer ein schlechtes Ende haben, wenn keine Einsicht besteht und jegliche Hilfe in den Wind geschlagen wird.

Passt bitte auf Euch auf!

Werner

 

Europäischer Tag der Depression 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Dienstag, dem 1. Oktober 2019, ist:

Europäischer Tag

der Depression 2019

Jedes Jahr gibt es zum Europäischen Tag der Depression unterschiedliche Veranstaltungen und eine jährliche Pressekonferenz vor dem 1. Oktober

Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland.

In Europa sind etwa 50 Millionen Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von einer Depression oder depressiven Phase betroffen, was elf Prozent der Bevölkerung entspricht.

Knapp vier Millionen Deutsche

sind an Depressionen erkrankt!

Und trotzdem wird diese Form der Erkrankung in ihrer Tragweite weiterhin stark unterschätzt,

denn lediglich ein Drittel der in Deutschland Erkrankten erhält professionelle Hilfe, was vordergründig vor allem an Unwissen, Vorurteilen und dem immer noch vorherrschenden Stigma psychischer Erkrankungen, liegt.

Depressionen können sich in unterschiedlichen Altersphasen,

unabhängig vom Geschlecht und vom sozialen Status, entwickeln.

Bromet et al. (2011) zeigen in ihrer Umfrage (n = 89 037), der 18 Länder mit unterschiedlichem sozioökonomischen Status erfasst, dass Depressionen international ein bedeutendes gesundheitliches Problem darstellen. Die Wahrscheinlichkeit, im Lebenslauf an Depressionen zu erkranken, wird auf 11-15 Prozent geschätzt (Bromet, 2011, S. 5).

Aus diesen Gründen hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Weltgesundheitstag im April 2017 das Ziel gesetzt, dass Betroffene, aber auch deren Familien, Freunde und Kollegen, Hilfe suchen und diese auch erhalten. Hieran erkennt man, welches Gewicht das Thema: Depression weltweit hat!

Die Öffentlichkeit soll zum einen besser über die Erkrankung, ihre Ursachen und Konsequenzen, einschließlich des Suizidrisikos, informiert werden, und zum anderen über Möglichkeiten der Prävention und Behandlung.

Die Kommunikation über Depressionen spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle, sowohl in der Vorbeugung und Therapie als auch im Abbau gesellschaftlicher Vorurteile und Stigmatisierungen, die Betroffene daran hindern könnten, Unterstützungsangeboten aufzusuchen und anzunehmen.

Die European Depression Association (EDA), eine Allianz aus Experten und Erfahrenen sowie medizinischen Fachkräften und Organisationen, setzt sich seit dem Jahr 2004 mit dem Europäischen Tag der Depression dafür ein, das öffentliche Bewusstsein für die Volkskrankheit Depression zu stärken und die Bevölkerung über die Erkrankung aufzuklären. Der Europäische Tag der Depression soll Unwissen, Vorurteile und die immer noch vorherrschenden Stigmen psychischer Erkrankungen beseitigen.

Seit vielen Jahren diskutiert die Fachwelt, ob das „Burnout“ zu den depressiven Erkrankungen zu zählen ist.

Der Begriff Burnout fällt im Sprachgebrauch wesentlich häufiger als das Wort Depression.

Im Jahr 2012 schrieb das Deutsche ÄrzteblattBurnout ist keine Krankheit!“

Nun „munkelt“ man, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe im weltweit gültigen Verzeichnis der medizinischen Diagnosen in der voraussichtlich ab 2022 gültigen Fassung das Burnout aufgenommen.

Ich bin gespannt, ob das wirklich so kommt und was die Konsequenz für unser angeschlagenes Gesundheitssystem werden wird, aber wir haben ja noch drei Jahre Zeit bis dahin.

Depression: Reden wir drüber!

lautete das Motto des 14. Europäischen Depressionstages am 1. Oktober 2017.

Das Motto forderte dazu auf, offen über Depressionen zu reden und dadurch die Stigmatisierung zu bekämpfen. Für mich persönlich ist dieses Motto völlig zeitlos bzw. immer aktuell!

Ich möchte hier und heute von Herzen gerne an alle Betroffenen appellieren, sich gegenüber ihrem Arzt zu „outen“ und weiterführende Maßnahmen einleiten zu lassen!

Keine Bange, denn es gibt in akuten Fällen auch durchaus Möglichkeiten für den Arzt die Dringlichkeit einer Behandlung entsprechend zu dokumentieren.

Also, redet bitte darüber und lasst Euch helfen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne einen wundervollen Tag und einen guten Start in den Monat Oktober, der es hoffentlich gut mit uns allen meint

Werner