Kategorie: Neurologische Erkrankungen

Info zum Tag der seelischen Gesundheit 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Donnerstag, dem 10. Oktober, ist:

Tag der seelischen Gesundheit 2019

Dieser Tag wurde 1992 von der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen

und findet jährlich am 10. Oktober statt.

 

Ziel ist es, auf die Belange von psychisch erkrankten Menschen aufmerksam zu machen und Klischee-Denken:

„alle in eine Schublade zu packen“

gegenüber den Erkrankten abzubauen.

 

In Deutschland leidet mittlerweile fast jeder dritte Bürger einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung, wobei anfangs in vielen Fällen nur sehr unklare Symptome auftreten.

Das frühzeitige Erkennen, ob etwas nicht stimmt und sich professionelle Hilfe zu holen, spielt eine große Rolle für einen positiven Krankheitsverlauf.

Darüber hinaus ist entscheidend Belastungsfaktoren im persönlichen Umfeld möglichst zu vermeiden und psychischen Erkrankungen gezielt vorzubeugen.

Das Aktionsbündnis „Seelische Gesundheit“ ist eine bundesweite Initiative, welche vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Zu den rund 80 Mitgliedsorganisationen zählen auch die Selbsthilfeverbände für Betroffene und Angehörige von psychisch Erkrankten, sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik, welche sich gemeinsam für offenen und toleranten Umgang mit Menschen , welche an psychischen Erkrankungen leiden, den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung, einsetzen.

Die Stiftung für Seelische Gesundheit förderte im vergangenen Jahr die Berliner Woche der Seelischen Gesundheit. Diese findet vom 10. bis 20. Oktober 2019 unter dem Motto

„ Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammen leben.“

statt!

In unserem sozialen Umfeld gibt es die Freunde, hoffentlich die Familie, eventuell Nachbarn oder Kollegen als Gesprächspartner und ggf. auch als emotionalen Beistand. Das ist gut und kann von entscheidender Bedeutung sein!

Einsamkeit dagegen erhöht das Risiko für Stress.

Damit auch für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Schon junge Menschen sind häufig von sozialer Isolation und ihren Folgen betroffen!

Etwa 15% der Altersgruppe 30-60 in Deutschland geben an,

unter Einsamkeit zu leiden.

Das Internet hat nicht nur das Arbeitsleben, den Alltag und unsere Gewohnheiten verändert, sondern auch die Wahrnehmungen, Gefühle und den zwischenmenschlichen Kontakt. Diese Veränderungen sind tiefgreifend und umfassen nahezu sämtliche Lebensbereiche.

Menschen aller Altersgruppen, nicht nur Jugendliche!, haben ihre Kommunikation weitgehend auf Facebook, Instagram, Twitter und WhatsApp verlagert. Und die rein virtuellen Kontakte ersetzen immer häufiger die Begegnungen in der realen Welt. Das kommt erschwerend dazu!

Denn wie wirkt sich diese digitale Dauerpräsenz auf

die seelische Balance der Nutzer und deren Sozialverhalten aus?

Welche Rolle spielen Cyber-Mobbing bzw. Internet- und Spielsucht im Leben der Menschen?

Diese Menschen und ihre Angehörigen müssen über konkrete Möglichkeiten zur Erhaltung und Stärkung der psychischen Gesundheit informiert werden.

Daneben sollten die Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gesundheitsberufen in Bezug auf psychische Gesundheit verbessert werden, damit etwa der Hausarzt Depressionen adäquat diagnostizieren und behandeln kann. Dazu gehört auch die Pflegekräfte so zu sensibilisieren, dass sie frühzeitig auf die Anzeichen psychischer Erkrankungen reagieren.

Ich persönlich appelliere für eine Gesellschaft, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht und in diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne die nötige Einsicht und das richtige Händchen

Werner

Psychische Probleme erfordern geziele Hilfe

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Hinblick auf den

Tag der Seelischen Gesundheit

berichte ich heute von einer privaten Erfahrung.

Ich weiß ganz genau wovon ich berichte, denn ich habe viele Jahre als examinierte Altenpflegefachkraft in „Geschlossenen Abteilungen“von Altenpflegeeinrichtungen und in Kliniken gearbeitet!

Es ist schon eine riesiger Unterschied, ob man in einer Einrichtung oder Klinik täglich ein paar Stunden Dienst mit gut eingestellten Patienten verrichtet oder ob man über einen Zeitraum X tagaus tagein 24 Stunden an der Seite eines solchen Menschen verbringt!

Vor allem dann, wenn dieser nicht bereit ist, sich ärztliche Hilfe zu holen!

In diesem speziellen Fall erkannte ich den Umfang und die Auswirkungen der Erkrankung zunächst nicht!

Nein, ehrlich gesagt, wollte ich es einfach nicht wirklich wahr haben.

Ich dachte, ich wäre mit meiner Erfahrung aus der Pflege stark genug!

Einige von Euch werden sich nun fragen:

Woran erkennt man Menschen mit schweren Depressionen,

Bipolaren Störungen bis hin zur Schizophrenie?

Die nebenstehende Grafik mag ein wenig Licht

in die Sache bringen.

 

Bei bestimmten psychischen Erkrankungen einhergehend mit völliger Uneinsichtigkeit der erkrankten Person sich einem Arzt zu öffnen und gezielte Hilfe zu suchen, glaubt mir bitte, kann man noch soviel Herzblut und Liebe aufbringen,es wird unter dem Strich nichts bringen.

Bei dem mit Abstand härtesten Fall, den ich privat über Jahre versucht habe mit all meiner Kraft und ganz, ganz viel Liebe in den Griff zu bekommen, bin ich selbst systematisch zerbrochen!

Ich verdanke es meinen Kindern und meinem phantastischen Hausarzt

im letzten Moment noch die Kurve gekriegt zu haben!

Der Mensch, dem ich gedachte helfen zu können, hat folgende

manischen Symptome:

weit überhöhte Aktivität

die sich darin äußerte, dass die Person vom Aufstehen bis zum Zu-Bett-gehen nahezu ununterbrochen im Netz verbingt! Dort werden dann virtuelle „Freunde“ mit Mickey Mouse Bildern und Sprüchen von Gossenlyrikern zu bespaßen!

Auch während des Fernsehschauens, selbst wenn die Lieblings-Bundesliga-Mannschaft spielt oder Besuch da ist, läuft der Rechner bis auf wenige Stunden in der Nacht täglich rund um die Uhr!

 

Internetsucht

 

unangemessen gehobene und gereizte Stimmung

herrschte beinahe tagaus tagein! Wehe man störte diese Person während ihrer Internetaktivitäten, dann gab es nicht nur „böse“ Blicke, sondern auch extrem „pampige„, wenn überhaupt, Antworten.

geringes Schlafbedürfnis

dieses lag bei etwa 2-4 Stunden mit dutzenden Unterbrechungen durch Rauchen, Fernsehen und Kaffee trinken

mehr Geldausgaben

durch ständige Einkäufe per Internet – es verging kaum ein Tag, wo nicht von Ebay oder Amazon Pakete eintrafen!

Das Schlimmste war jedoch, dass anstatt der eigenen Familie durch Gespräche und Beistand zu helfen, selbst die Liebe der eigenen Kinder teuer erkauft werden musste!

hektische Betriebsamkeit

entstand immer dann, wenn etwas nicht nach der Nase der Person lief oder Besuch anstand! Bereits am Vortag artete es in einen wahren Putzwahn aus. Das Peinlichste war, das mit den Aufräumungsarbeiten bereits begonnen wurde, sprich z.B.: Krümel aufsammeln, während sich die Gäste im Flur noch die Schuhe zubanden!

Sprunghaftigkeit

äußerte sich darin, das es niemals ein Gespräch auch nur zu einem Thema gab, welches auch nur annähernd abgehandelt worden wäre! Entweder wurden neue Themen, teils aus völlig anderen Themengebieten angeschnitten oder es gab gerade dringend etwas zu tun, was aber überhaupt nicht notwendig war!

Unruhe

bestand 24 Std. rund um die Uhr! Eine Weile ruhig auf einem Fleck sitzen? … unmöglich.

Die Finger waren selbst in gedachten Ruhephasen in Bewegung, entweder wurde an oder mit den Fingern „herum gefummelt“ oder im Gesicht oder beides.

In der Nacht gab es auch keine Ruhe! Ständig Wachphasen mit hin und her laufen, Toilette/Zigarette, etc.

Rasende Gedanken und Assoziationen

ergaben sich durch Überforderung in jeglichen einfachen Situationen! Gespräche hatten ständig den gleichen Inhalt. Der Inhalt wurde aber nur selten verstanden, weil die Gedanken gerade wieder woanders waren.

Noch schlimmer war es, wenn man in das Gesicht schaute und dort „lesen“ konnte, dass man gerade mit einer Person aus dem Vorleben verglichen wurde. Körperbewegungen oder das bloße Heben einer Hand rief „irgend etwas“ mal in der Vergangenheit Erlebtes wieder hervor und wurde dann pauschal in die aktuelle Situation projiziert.

Zudem hatte diese Person noch folgende

depressiven Symptome:

wenig Aktivität

war Tagesordnung! Neben der Aktivität im Internet, waren die einzigen Bewegungen der Gang zur Kaffeekanne (täglicher Kaffeekonsum 2 bis 3 Liter) und zum Rauchen (30-40 Zigaretten täglich!)!

Mal spazieren gehen?… so gut wie nie!

Es sei denn es ging um Einkäufe oder gelegentlich zu einem Flohmarkt, aber da kann man ja auch etwas kaufen!

stark niedergedrückte Stimmung

herrschte ständig vor! Sobald es zu einer Konfrontation mit was auch immer kam, egal ob ein Anruf oder persönlicher Kontakt, dann wurde schon pauschal irgend etwas „Böses“ vermutet!

Schuld waren aber grundsätzlich immer die anderen.

Sofort danach erfolgte ein Anruf bei einer Familienangehörigen.

Ständig wurde im gesamten Familienverband für Unruhe gesorgt! Tagtäglich wurden in den Telefonaten die gleichen Themen aufgegriffen und immer war es das Gleiche hinterher, stark niedergedrückte Stimmung

Grübelneigung

war vorherrschender Dauerzustand!

Nur sehr selten kamen Gespräche zustande. Man konnte förmlich ständig den Kopf „rauchen“ sehen!

Wehe man versuchte dann ein Gespräch! Entweder wurde man überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder wenn, dann wurde zugegeben, dass man gerade in Gedanken war, was aber nichts „schlimmes“ bedeuten würde.

Aber man konnte auf der Stirn klipp und klar lesen, dass es tiefgreifende Gedanken waren, welche dieser Mensch aber nicht zu teilen in der Lage war! Dieses nicht mit dem anderen sprechen wollen, wurde damit abgetan, dass diese Person nie im Leben „sprechen“ gelernt habe!

Erschwerend kamen dann auch ständig wiederkehrende Suizidgedanken hinzu!

Der Wunsch dem verstorbenen Ehemann in den Himmel folgen zu wollen.

In einem Fall wollte die person in Folge von Alkoholkonsum auf ein nahegelegenes Hochhaus, um ….

Ich tat alles in meiner Macht und Erfahrung stehende, um das Gefühl der grundsätzlichen Wertlosigkeit durch ehrlich gemeinte Komplimente und Gesten in positive Gedanken umzukehren!

Aber immer, wenn ich dachte es ginge entscheidend vorwärts, dann wurde das, was ich über Wochen oder Monate aufgebaut hatte, umgeschmissen und ging zurück bis in die „Steinzeit“ getreu dem Motto:

2 Schritte vor und 5 zurück!

Obwohl zeitweise das Bewusstsein vorhanden war, dass diese Person ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müsse,

kam es jedoch nie dazu.

Somit war ich ganz auf mich alleine gestellt, denn selbst allernächste Familienangehörige

bissen bei dieser Person auf „Granit„!

Solltet Ihr, liebe Leser, jemals im Leben an eine derartige Person geraten, so kann ich Euch nur von Herzen gerne empfehlen, die Finger davon zu lassen, denn es wird immer ein schlechtes Ende haben, wenn keine Einsicht besteht und jegliche Hilfe in den Wind geschlagen wird.

Passt bitte auf Euch auf!

Werner

 

Informationen zum Tag der Epilepsie 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Samstag, dem 5. Oktober, ist:

Tag der Epilepsie 2019

Der 23. Aktionstag der Epilepsie-Selbsthilfe in Deutschland, den es seit 1996 gibt, steht jedes Jahr unter einem anderen Leitsatz.

Die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr steht unter dem Motto
Epilepsieecht jetzt?
ext. Bild Mehr als sechs Millionen Menschen alleine in Europa leiden an Epilepsie!

Trotzdem kennen viele Menschen diese Krankheit nicht, denn sie ist weitgehend unsichtbar.

Ins Leben gerufen wurde der Tag durch zwei internationale Organisationen:

die International Liga gegen Epilepsie (ILAE) und das

Internationale Büro für Epilepsie (IBE).

Das Ziel der Veranstalter ist gegen die Diskriminierung Erkrankter sowie deren Ungleichbehandlung in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz vorzugehen.

Ein wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Gleichbehandlung der Menschen mit Epilepsie in allen Lebensbereichen.

Unter Epilepsie wir eine Gruppe neurologischer Erkrankung bezeichnet,

die spontan auftretende Krampfanfälle gemeinsam haben.

Insgesamt werden diese in zehn unterschiedliche Klassen und Verlaufsformen eingeteilt.

Verursacht werden diese Krampfanfälle durch eine unkontrollierte Entladung von Neuronen innerhalb des Gehirn, die zu völlig unwillkürlichen Verhalten führen .

Epilepsie ist gekennzeichnet durch
spontan auftretende Krampfanfälle.
Dabei kommt es zu vorübergehenden
abnormen Entladungen einiger
Nervenzellverbände in der Hirnrinde.

Der Anfall kann unterschiedliche
Erscheinungsformen haben, je nach Lage
und Umfang des betroffenen Hirnareals.

Manche Anfälle sind von außen kaum sichtbar,
man spricht von einer so genannten Absence,
bei der für kurze Zeit das Bewusstsein aussetzt,
andere äußern sich durch eine Verkrampfung
des Körpers und Zuckungen in Armen und Beinen.

Nur wenn die Anfälle wiederholt auftreten und
sowohl Laborparameter als auch bildgebende
Verfahren eine Neigung zu Krampfanfällen bestätigen,
gilt die Diagnose als gesichert.

Obwohl ein großer Teil der Epilepsie-Patienten
durch Behandlung anfallsfrei leben kann,
werden Betroffene in der Öffentlichkeit weiterhin
oft stigmatisiert.

Um daraus resultierenden Problemen im
sozialen und Arbeitsumfeld vorzubeugen,
wird die Erkrankung sogar häufig verschwiegen.

Dem entgegen treten das
International Bureau for Epilepsy (IBE) und die
International League for Epilepsy (ILAE),
die im vergangenen Jahr den Tag initiierten.

Speziell für den deutschsprachigen Raum
findet am 5. Oktober ein Aktionstag statt, der von der
Deutschen Epilepsievereinigung
1996 ins Leben gerufen wurde.

Zur Behandlung der Epilepsie stehen heute mehr als 20 Arzneistoffe zur Verfügung.

Antiepileptika wirken als »Anfallsblocker« und sollen die Krampf­bereitschaft senken. Als Faustregel gilt: Zwei Drittel der Patienten sind damit gut behandelbar. Viele bekommen gar keine Anfälle mehr. Abgesehen vom Status epilepticus erfolgt die Behandlung rein symptomatisch als Dauertherapie.

Ich drücke allen Betroffenen, den Angehörigen und dem Pflegepersonal von Herzen gerne die Daumen ausreichend Geduld und ein „glückliches Händchen“ im Umgang mit dieser Erkrankung zu haben und uns allen einen guten Start in ein erholsames Wochenende

Werner

Welt-MS-Tag 2019 – Vieles ist unsichtbar

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Donnerstag, dem 30. Mai 2019, ist:

WeltMSTag 2019
Der Welt-MS-Tag – erstmals im Jahr 2009 begangen – stellt weltweit die Krankheit,
Multiple Sklerose
und die Menschen, die an dieser bislang noch immer unheilbaren Erkrankung im wahrsten Sinne des Wortesleiden, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Gemäß den Angaben des Bundesversicherungsamtes gibt es in Deutschland mehr als 240.000 MS-Erkrankte, die beinahe tagtäglich erleben, dass und und vor allem wie die Krankheit ihren Alltag verändert.
Die Auswirkungen durch die unterschiedlichen Verläufe und die vielen verschiedenen offensichtlichen und versteckten Symptome zeigen sich in allen Lebensbereichen und beeinträchtigen oft die Chancengleichheit sowie die Selbstbestimmtheit und damit ganz erheblich die Lebensqualität.
Um für die Lebensqualität der Erkrankten eine merkliche Besserung zu erreichen, müssen sowohl die sichtbaren, als auch im Besonderen die unsichtbaren Hindernisse im Alttag überwunden werden werden.
Dazu ist es notwendig die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.
Das Motto 2019 lautet:
Vieles ist unsichtbar

Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, ist das in vielen Fällen auf den ersten Blick nicht anzusehen.

Viele MS-Erkrankte führen nach außen hin ein ganz normales Leben, gehen zur Arbeit, pflegen Hobbys und gründen Familien. Trotzdem bleibt MS eine schwere Erkrankung.

Gerade ihre unsichtbaren Symptome können die Betroffenen dabei massiv einschränken. Zum Teil werden sie auch als sehr quälend wahrgenommen. Die DMSG und der Bundesbeirat MS-Erkrankter wollen mit dem Motto

„Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: MS – vieles ist unsichtbar“

am Welt-MS-Tag auf die verborgenen Belastungen aufmerksam machen.

Die Erkrankten möchten ein normales Leben in familiären, beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen führen.

Dazu gehört neben Mobilität gesellschaftliche Anerkennung und natürlich Chancengleichheit.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hat umfangreiche Aktionen gefahren, um aufzuklären, Vorurteile auszuräumen sowie Verständnis und Unterstützung in der Bevölkerung zu generieren.
Sie setzt sich mit allen verfügbaren Mitteln dafür ein,
dass Lebensqualität mit Multipler Sklerose kein Widerspruch ist.
Ich selbst habe neben vielen leichteren Fällen einen MS-Patienten in einer Altenpflegeeinrichtung mehr als ein Jahr gepflegt. Dieser Patient befand sich in der Endstufe der Erkrankung, er konnte lediglich noch den Kopf leicht anheben und je nach Tagesform „schütteln“ (nach links und rechts) und den auf 90 Grad kontraktierten linken Arm Richtung Kopf bewegen, wobei an der Hand selbst nur noch zwei Finger beweglich waren.
Der Rest des Körpers war bewegungsunfähig.
Ich war erstaunt, wie tapfer sich dieser Patient, der damals 49 Jahre alt war, sich in dieses Schicksal eingefügt hatte – die depressiven Phasen war ebenso heftig, wie selten. Den Schlüssel für das Ertragen seines Schicksals sehe ich in dem starken Familienverband: täglich kamen entweder die Eltern und Geschwister oder die Ehefrau und die Kinder zu Besuch.
Ich möchte mich heute bei all den vielen Menschen in Verbänden und privaten Initiativen bedanken, die in der breiten Öffentlichkeit gezielte Aufklärungsarbeit leisten und wünsche mir von Herzen gerne, dass die Menschen den Erkrankten vorurteilsfrei begegnen.
Werner

Tag gegen den Schlaganfall 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Freitag, dem 10. Mai, ist

Tag gegen den Schlaganfall 2019

Der überwiegende Teil der Bevölkerung weiß durch den Hausarzt, den Fernseher, das Internet und viele andere Medien ganz genau, was zu einem gesunden Lebensstil gehört, der das Risiko für einen Schlaganfall senkt:

Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol.

Aber dennoch wird dieses Risiko ganz oft „auf die leichte Schulter“ genommen! Meist bleibt es bei den ach so guten Vorsätzen und dann überwiegt wieder der Glaube, das es einem doch nicht passieren kann, weil man doch nie so wirklich „über die Stränge schlagen“ würde.

Ganz besonders gefährdet sind Menschen, die an weiteren Erkrankungen leiden. Für diese Menschen wäre eine Änderung des Lebensstils oft lebensrettend!

Jährlich erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall.

Nach Meinung der Ärzteschaft gelten mindestens 70 Prozent davon als vermeidbar.

Die Präventionsmedizin unterscheidet dabei mehrere Arten der Vorbeugung:

einen gesunden Lebensstil, der das Entstehen einer Krankheit verhindert oder das allgemeine Risiko dafür senkt, bezeichnet sie als Primärprävention.

Diese umfasst vor allem die gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung sowie Vermeidung von Stress und richtet sich an jeden gesunden Menschen.

Während meiner aktiven Zeit als Altenpflegefachkraft habe ich ganz viele Betroffene gepflegt, ihre Schicksale mit verfolgt und gesehen, wie durch Ergotherapie und Logopädie verloren gegangene Körperfunktionen wieder zurück gewonnen wurden. Die Entwicklung geht immer weiter und allen in den Nachsorge- und Pflegeprozess eingebundenen Personengruppen gebührt vollster Respekt, den ich heute sehr gerne Kund tue.

Ich habe im Jahr 2016 einen Appell in Form eines Gedichtes formuliert, den ich Euch heute gerne vorstellen möchte:

Bei der Sekundärprävention geht es um Patienten, die bereits eine Vorerkrankung haben.

Wer beispielsweise unter Vorhofflimmern leidet, senkt durch die regelmäßige Medikamenteneinnahme und ärztliche Untersuchungen die Gefahr eines Schlaganfalls maßgeblich. Das Gleiche gilt für die Behandlung anderer Hochrisikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes.

Doch trotz des ihnen bekannten hohen Risikos schaffen es viele Betroffene nicht, ihren Lebensstil zu ändern oder empfohlene Therapien einzuhalten.

Wie extrem schlecht es um die Therapietreue bestellt ist, zeigen Zahlen der WHO:

bereits nach kurzer Zeit folgt knapp die Hälfte der chronisch kranken Patienten den Empfehlungen ihres behandelnden Arztes nicht mehr!

Da pauschale Ratschläge bei sehr vielen Menschen nicht helfen, hat die Deutsche Schlaganfall-Hilfe 2017 mit ihren Partnern im Rahmen der groß angelegten

„Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln!“

einen Motivationstest entwickelt, mit dem Interessierte herausfinden können, zu welchem Motivationstyp sie gehören und wie sie sich am besten selbst motivieren können.

Ein regelmäßiger Newsletter mit entsprechenden Ratschlägen begleitet sie dann ganz gezielt in ihrem Vorhaben.

Unter dem Motto:

„Ich spüre was, was Du nicht siehst.“

finden rund um den 10. Mai bundesweit Veranstaltungen von Kliniken und Selbsthilfegruppen statt.

Den Motivationstest und viele Informationen zum Schlaganfall gibt es im Internet unter www.schlaganfall-hilfe.de

Da ich selbst mehrere kleine Schlaganfälle hinter mir habe, aber weiterhin ab und an immer mal eine rauche, möchte ich Euch nur „bitten“ ganz besonders gut auf Euch aufzupassen

Werner

Welt-Parkinson-Tag 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Donnerstag, dem 11. April, ist

Welt-Parkinson-Tag 2019

Bereits zum 22. Mal findet der Welt-Parkinson-Tag statt.

Seit 1997 wird er jedes Jahr am 11. April begangen – dem Geburtstag von Dr. James Parkinson, der die Erkrankung erstmals beschrieben hat.

Das Ziel des Tages ist es,

das Bewusstsein für die Parkinsonsche Erkrankung zu erhöhen und ein besseres Verständnis für die Erkrankung selbst und die Lebenssituation von Betroffenen und ihren Familien zu schaffen. Insgesamt soll eine bessere Versorgung von Menschen mit Parkinson gefördert werden.

Parkinson, die genaue Bezeichnung lautet Parkinsonsche Erkrankung gehört zu den unheilbaren chronischen Erkrankungen, die einen sehr langsamen Verlauf nehmen.

Nach und nach sterben immer mehr Hirnzellen in bestimmten Arealen ab und drosseln die Bildung des lebenswichtigen Dopamins.

Bei rechtzeitiger Diagnose und einem typischen Verlauf lässt sich Parkinson heutzutage mit Hilfe von wirksamen Medikamenten über viele Jahre gut behandeln, aber eine Heilung gibt es bisher noch nicht.

Es kommen aber auch schwere Fälle vor, wo es relativ schnell zu wesentlicher Verschlechterung kommt, die letztlich zum Tode führen kann.

Statistisch leben Betroffene heute mehr als 20 Jahre mit der Krankheit, die häufig erst nach dem vierzigsten Lebensjahr auftritt.

Zu Beginn sind die Symptome meistens noch schwach ausgeprägt:

leichtes Zittern einer Hand, dann beider Hände, Muskelschmerzen im Schulterbereich und Müdigkeit, dazu manchmal auch depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und allgemeines Unwohlsein begleiten die erste Phase der Krankheit.

Oft sind es gar nicht einmal die Betroffenen selbst, sondern nahe Angehörige, die die kleinen Veränderungen zuerst erkennen, die leicht zittrige Schrift, den etwas starren Gesichtsausdruck und den unruhigen Schlaf bemerken und dem Patienten dazu veranlassen, einen Arzt zu aufzusuchen.

Die erste Krankheitsphase kann über viele Jahre anhalten. Später werden die Symptome deutlicher, das Zittern und die motorischen Beeinträchtigungen verstärken sich erheblich. Die Betroffenen werden zunehmend ungeschickter in ihren Bewegungen, stolpern oft infolge von Gangschwäche und Gleichgewichtsstörungen.

In diesem Stadium greifen die meist auf eine Körperseite beschränkten Störungen, oft in abgeschwächter Form, auch auf die andere Körperseite über.

Manche Erkrankte haben jetzt ein maskenhaft starres Gesicht, auch Sprach- und Wortfindungsstörungen sind möglich.

Nicht jeder Erkrankte hat genau die gleichen Symptome, sie variieren von Patient zu Patient und auch ihre Intensität ist sehr unterschiedlich.

Die Gabe von Medikamenten, die den Abbau von Dopamin regulieren und den Gehirnstoffwechsel positiv beeinflussen, kann die Krankheit zwar mit den heutigem Wissen nicht aufhalten, aber sie verhilft vielen Erkrankten über Jahre hinweg zu einem relativ unbeeinträchtigten Leben.

Krankengymnastik, Schwimmen und wenn es noch geht Radfahren sind sehr hilfreich.

Sie erhalten die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke möglichst lange. Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten und manchmal auch Psychologen können den Betroffenen ebenfalls Hilfestellung geben und Linderung verschaffen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Tiefenstimmulation.

Bei dieser neurologischen Behandlungsmethode bekommt der Patient in einer Operation einen Hirnschrittmacher eingesetzt, der dabei helfen kann, stark beeinträchtigende Fehlimpulse der Nerven zu unterdrücken.

Leider ist diese Methode jedoch nicht für alle Parkinsonpatienten anwendbar und birgt auch Risiken.

Neben Medikamenten und Therapien kann eine bewusste Ernährung einiges dazu beitragen, das Befinden des Parkinson-Erkrankten zu verbessern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Darüber hinaus kann natürlich noch einiges geschehen, um das Alltagsleben zu erleichtern.

Die Wohnung kann behindertengerecht umgestaltet werden, es gibt viele Hilfsmittel, welche die stärker werdenden Einschränkungen wenigstens teilweise kompensieren können.

Morbus Parkinson ist eine schlimme Krankheit, aber die Diagnose muss heute nicht mehr das Ende eines selbstbestimmten Lebens bedeuten.

Wer Parkinson bewusst annimmt, sich damit auseinandersetzt, und mit allen Mitteln dagegen angeht, kann damit nicht nur alt werden, sondern sogar ein erfülltes Leben haben.

Also, toi toi toi

Werner