Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Dienstag, dem 1. Oktober 2019 sind der:

Tag der älteren Menschen

und der Weltmusiktag

Ganz besonders seit der letzten Bundestagswahl sind unsere älteren Menschen, die ich im nachfolgenden Text als Senioren bezeichne, ja des öfteren Mal im Gespräch.

Zum einen war es die Rentenerhöhung 2019!

Nach 2018 eine weitere größere Erhöhung, aber immer noch keine volle Angleichung zwischen Ost und West und zum anderen sind immer mehr Rentner von Altersarmut betroffen. Mal sehen, ob es die im Koalitionsvertrag besprochene Lösung gibt und vor allem, wann sie dann tatsächlich in Kraft treten wird!

Das andere, ewige Thema ist der

Pflegekräftemangel!

Dazu möchte ich mich nicht groß weiter äußern, denn es wird ja beinahe tagtäglich thematisiert.

Mir entlockt es ganz ehrlich geschrieben nur ein mehr oder minder müdes Lächeln. Es wird zwar nun endlich einiges getan, aber solange man die Grundbedingungen nicht ändert, wird sich auch in der Realität nichts ändern.

Meinen ehemaligen Arbeitskollegen werden sicher ähnlich darüber denken.

Mir ist es aber sehr wichtig hier anzumerken, dass ich unabhängig davon, dass ich in der Altenpflege tätig gewesen bin, habe ich schon immer den Senioren meinen vollsten Respekt gezollt.

Der Hintergrund ist ganz einfach, denn diese Menschen haben Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und auf solide Füße gestellt.

Ich möchte dieses Thema aber nicht weiter vertiefen, denn es müsste uns allen ausreichend bewusst sein.

Lenken wir unser Augenmerk auf den heute ebenfalls stattfindenden

Weltmusiktag.

Aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz in der Altenpflege kann ich nur Positives berichten, denn mit Musik erreicht man ca. 90% der Senioren und auch im Umgang mir Demenzkranken ist sie ein wundervolles „Hilfsmittel“ um Zugang zu diesen Menschen zu finden.

Für das Pflegepersonal ist es eine Frage von Kenntnis der Liedtexte von den üblichsten Kinder– und Heimatliedern sowie Schlagern, wie zum Beispiel: „Lilli Marleen“.

Musik ist nicht nur Balsam für die Seele, sondern kann die kognitiven Fähigkeiten von Demenzkranken ganz entscheidend verbessern. Das Musikhören ist ein Ansatz, jedoch aktiv Musik zu machen und zu singen aktiviert bestimmte Regionen im Gehirn.

Oftmals ist es so, dass Demenzkranke ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen, irgendwo apathisch in einem Sessel in der Ecke sitzen und vor sich her „dämmern„.

Als Mann in der Pflege wurde ich vorwiegend auf Dementen-Wohnbereichen eingesetzt!

Ich habe die Betreuung dieser Menschen über alle Maßen geliebt. Einerseits sind die großen Kulleraugen dieser Menschen, wenn man sie erreicht hat, ein ganz besonderer Lohn, andererseits kommt es zu wundervollen Erlebnissen, wenn man über die Musik Zugang zu ihnen bekommen hat!

Bei der Grundpflege oder den Toilettengänge sind die Beschäftigungstherapeuten ganz sicher nicht dabei. Aber als Pflegeperson direkt am Mensch kann man mit einem „fröhlichen Liedchen auf den Lippen“ diese Menschen ganz einfachn geschrieben „auf Touren bringen“ und ihnen den Start in den Tag ein klein wenig „versüßen“. Und sich selbst auch.

Übrigens habe ich echte Hochachtung vor unseren Nachbarn in den Niederlanden, denn

ein solches Heim ist nicht nur der „Hammer„, sondern es zeigt, dass man durchaus etwas bewegen kann, wenn nicht alles nur auf Profitmachen ausgerichtet ist!

Ich wünsche uns allen von Herzen gerne einen wahrlich Goldenen Oktober mit vielen positiven Momenten und ausreichend Sonnenstunden

Werner Heus